Lohnfortzahlung - Krankentagegeldversicherung

Je nach beruflichem Status und der Frage, ob Sie privat oder gesetzlich krankenversichert besteht, unterscheiden sich die Ansprüche auf Lohnfortzahlung. 

Im Folgenden finden Sie die Grundlagen zur Krankentagegeldversicherung und Regelungen zu den häufigsten Situationen:

Grundlagen

Je nach beruflicher Situation haben Sie einen Anspruch auf Zahlung des "Einkommens" durch den Arbeitgeber oder Ihre Krankenkasse in Form von Krankenfgeld bzw. durch Ihre private Krankenversicherung in Form von Krankentagegeld.

In den folgenden Abschnitten sehen Sie, dass diese Leistung deutlich geringer als Ihr Nettoeinkommen oder Ihr Gewinn ist.

Das Krankengeld beiträgt 70% vom Bruttoeinkommen (max. bis zur Beitragsbemessungsgrenze - 2017: 4.350€) oder 90% vom Nettoeinkommen. Hierbei wird der kleinere Wert herangezogen. Davon gehen dann noch Zahlungen für etwaige Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab. 

Das maximal in der GKV gezahlte Krankentagegeld beträgt 2017 somit:

4.350,00€ * 0,7 = 3.045€ / 30 = 101,50€
abzüglich Sozialversicherungsbeiträge von ca. 12%

max. Krankentagegeld somit rund 89,30€ pro Kalendertag bzw. ca. 2.680€ pro Monat bis maximal 1,5 Jahre 

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer - Einkommen UNTER brutto 52.200,00 Euro jährlich bzw. 4.350,00 Euro monatlich im Jahr 2017

Als Arbeitnehmer haben Sie in der Regel einen gesetzlichen Anspruch, dass Ihnen der Arbeitgeber das Einkommen bei längerer Krankheit sechs Wochen in voller Höhe weiter bezahlt.

Erst danach kommt es zu Einkommenseinbußen. Wenn Sie also z.B. wegen einem komplizierten Beinbruchs oder einer anderen Erkrankung mehrere Monate nicht zur Arbeit gehen können, bekommen Sie nur noch ca. 80% Ihres Nettoeinkommens von der Kasse - dieser Wert schwankt z.B. bei unterschiedlichen Steuerklassen und kann bei Ihnen abweichen. 

Sie erhalten bei längerer Krankheit ab der 7. Woche also ca. 20% weniger Einkommen, als gewohnt. Das entspricht:

Nettoeinkommen 1.800€ - ca. minus 360€ pro Monat

Nettoeinkommen 2.500€ - ca. minus 530€ pro Monat

Nettoeinkommen 3.300€ - ca. minus 700€ pro Monat

Bei 7,5 Krankheitsmonaten summieren sich diese Kürzungen auf ca. 2.160€ bis 4.200€. In der Regel dauert es eine Weile bis diese Summe wieder angespart ist.

Wenn Sie die oben genannten Beträge aufgrund fester Ausgaben nicht übrig haben, könnten Sie ohne entsprechende Rücklagen sogar in finanzielle Schwierigkeiten geraten.  Insbesondere, wenn Sie eine Immobilie finanziert haben und die Bank pünktlich die Raten erwartet.

Wie hoch sind die Kosten für eine solche Absicherung?

Da die Lücke gemäß den oben aufgeführten Beispielen maximal 700€ beträgt, kostet eine solche Absicherung in Abhängigkeit von der Größe der Lücke, des Alters und des Gesundheitszustands in der Regel nur 5€ - 15€ pro Monat. 

 

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer - Einkommen ÜBER brutto 52.200,00 Euro jährlich bzw. 4.350,00 Euro monatlich im Jahr 2017

Ihre monatliche Lohnfortzahlung beträgt bei einem Jahreseinkommen von über 52.200€ brutto (Stand 2017) maximal ca. 2.600€ pro Monat von der Krankenkasse.

Beispiel: 

Bei einem Nettoeinkommen von 3.300€ pro Monat werden maximal ca. 2.680€ Krankengeld bezahlt. Somit fehlen monatlich 620€.

Bei einem Nettoeinkommen von 4.300€ pro Monat werden maximal ca. 2.680€ Krankengeld bezahlt. Somit fehlen monatlich 1.620€.

u.s.w. 

Das liegt daran, dass die Krankenkasse die Beiträge 2017 nur auf bis zu 4.350€ brutto pro Monat erhebt. Bei höheren Einkommen gibt es daher keine höhere Lohnfortzahlung, so dass die Lücke in gleichen Verhältnis wie das Nettoeinkommen größer wird und bei sehr hohen Einkommen sogar mehrere Tausend Euro pro Monat betragen kann.

Beamte

Als Beamter benötigen Sie kein Krankentagegeld, da Ihr Dienstherr Sie versorgt. Da die Ansprüche aber mit Eintritt einer Berufs- oder Dienstunfähigkeit enden bzw. absinken, ist es empfehlenswert sich näher in einer Beratung zu informieren. Die Versorgung der Beamten wird in der Regel stark überschätzt.

Es gibt Unterschiede zwischen Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit. Auch der Beamte kann berufsunfähig werden. Daher ist der folgende Abschnitt auch für Beamte interessant.

Zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Selbstständige und Freiberufler, die gesetzlich versichert sind

Sie haben nur dann einen Anspruch, wenn Sie bei der Kasse aktiv ein Krankentagegeld beantragt haben. 

Wurde dieser Antrag nicht gestellt, gibt es also gar keinen Anspruch. Häufig haben Selbstständige zu Beginn ihrer Selbstständigkeit hierauf verzichtet, um geringere Kosten in der Gründungsphase zu haben. Dies wurde dann später oftmals nicht mehr berücksichtigt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ist eine Klärung mit der Krankenkasse oder Ihrem Berater sinnvoll.0

Der Berater sollte zunächst prüfen, ob es günstiger für Sie ist, eine gesetzliche Absicherung zu beantragen und einen höheren Beitragssatz bei der Kasse zu zahlen, ein privates Krankentagegeld abzuschließen (was oft günstiger ist) oder eine Kombination zu wählen.

Auch hier gibt es eine Maximierung auf ca. 2.600€ Lohnfortzahlung pro Monat. Daher sollten Sie bei einem höheren Gewinn eine private Ergänzung durch ein Krankentagegeld wählen.

Als Freiberufler haben Sie bei einigen Versicherungen zusätzlich die Möglichkeit Ihre Praxis- oder Kanzleikosten, die im Krankheitsfalle weiterlaufen, abzusichern.

Privat Krankenversicherte

Wenn Sie privat krankenversichert sind, haben nur dann einen Anspruch auf Krankentagegeld, wenn Sie ein Krankentagegeld zur Krankenversicherung beantragt haben. Es ist nicht automatisch Bestandteil einer privaten Krankenversicherung und passt sich in der Regel auch nicht an Ihr gestiegenes Einkommen an, wenn nicht Sie oder Ihr Vermittler aktiv geworden sind.

Die Höhe und der Zeitpunkt Ihres Anspruchs auf die Zahlung richten sich also nur danach, was Sie beantragt haben. 

Für wen ist ein Krankentagegeld sinnvoll?

Ob ein Tagegeld für Sie sinnvoll ist hängt davon ab, wie groß Ihre Lücke bei längerer Krankheit ist und ob Sie über ausreichende Ersparnisse verfügen, von denen Sie im Falle des Falles leben können und wollen.

Wer keine oder geringe Ersparnisse hat und durch die festen monatlichen Ausgaben auf dieses Einkommen angewiesen ist, ist gut beraten eine solche Absicherung zu treffen.

Eine Absicherung zur Deckung der laufenden Kosten ist besonders dann empfehlenswert, wenn Sie zu einer der oben beschriebenen Gruppen gehören, die über gar keine Absicherung verfügt. Angenommen Sie benötigen für Ihren Lebensunterhalt 2.500€ monatlich, müssten Sie über 30.000€ (12 x 2.500€) verfügen, um Ihre Rechnungen ein Jahr lang ohne Einkommen bezahlen zu können.

Gesundheitsprüfung

Mit der Unterzeichnung des Versicherungsantrags räumen Sie dem Versicherer in der Regel das Recht ein, die von Ihnen angegebenen Daten zum Gesundheitszustand beim Hausarzt oder anderen behandelnden Medizinern oder der Krankenkasse zu prüfen.

Wenn Sie zahlreiche oder schwere Vorerkrankungen mitbringen, verlangt der Versicherer unter Umständen einen Risikozuschlag auf den Beitrag oder lehnt den Antrag sogar ganz ab. Der Grund: das besondere Krankheitsrisiko von Menschen mit schwereren Vorerkrankungen soll nicht auf die Gemeinschaft aller beim Unternehmen Versicherten abgewälzt werden.

Gesundheitsangaben werden geprüft und bewertet
Antragsteller, Versicherer und gegebenenfalls der Vermittler der Krankenversicherung erhalten jeweils eine Ausfertigung des Versicherungsantrags. Die Angaben zum Gesundheitszustand werden von einem Mediziner des Versicherungsunternehmens bewertet.

Wenn keine Auffälligkeiten vorliegen, wird der Versicherungsschein ausgestellt und dem Antragsteller zugeschickt. Mit der Zustellung der Police kommt der Versicherungsschutz dann rechtlich zustande. 

Wie lange wird das Krankengeld von der Kasse oder das Tagegeld von der privaten Krankenversicherung bezahlt?

Glücklicherweise ist eine Erkrankung meist nicht von Dauer. Jedoch kommt es vor, dass sich eine Erkrankung über Monate oder sogar Jahre hinziehen kann. In diesen Fällen endet die Leistung der Krankenkasse mit Eintritt der Berufsunfähigkeit oder spätestens nach 72 Wochen. 

Bei den privaten Versicherungen endet der Schutz ebenfalls einige Monate nach Eintritt der Berufsunfähigkeit, so dass zu diesem Zeitpunkt die eine Absicherung endet und die nächste beginnt.

Zur Berufsunfähigkeitsversicherung

 

 

 


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